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Der Landser
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Der Landser ist der Titel einer von 1957 bis 2013 wĂśchentlich im deutschen Pabel-Moewig Verlag (Bauer Media Group) erschienenen Reihe kriegsverherrlichender Heftromane. Im Untertitel wurden âErlebnisberichte zur Geschichte des Zweiten Weltkriegesâ angekĂźndigt. In erster Linie enthielten sie jedoch faktisch nicht ĂźberprĂźfbare pseudodokumentarische Abenteuergeschichten aus einer vordergrĂźndig unpolitisch-subjektiven Sicht deutscher Wehrmachtssoldaten (sogenannten Landsern) vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges. In diesen Heften wurde der Mythos der âsauberen Wehrmachtâ propagiert.
Der Landser gilt als die erfolgreichste unter den Kriegsromanreihen im deutschsprachigen Raum. Der Begriff Landserheft wird vor allem in Deutschland vielfach als Synonym fĂźr kriegsverherrlichende Trivialliteratur schlechthin gebraucht.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
Contents
⢠Autoren
⢠Inhalte
⢠Kritik
⢠Nachfolger
⢠Literatur
⢠Fachartikel
⢠Presse
⢠Einzelnachweise
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Hintergrund und Geschichte
Siehe auch Landser (Soldat) zur Herkunft des Wortes.
Im Nachkriegsdeutschland war das Thema Krieg zunächst wenig populär. Während in der Zeit des Nationalsozialismus chauvinistische, den Tod auf dem Schlachtfeld glorifizierende Heldengeschichten den LÜwenanteil der Jugendliteratur ausmachten und von Wehrmacht, Hitlerjugend und NSDAP gefÜrdert wurden, verschwand dieses Genre nach dem Krieg fast vollständig vom deutschen Markt.cite-ref-4[4]
Eine Renaissance in Westdeutschland erlebten die Kriegsromanhefte in den 1950ern, was mit dem Wegfall der alliierten Zensur, einer starken rechten Publizistik und dem veränderten politischen Klima im Vorfeld der Wiederbewaffnung zusammenhing. 1953, nach dem Ende des Koreakrieges, vermeldete das Meinungsforschungsinstitut Emnid, dass eine Mehrheit der BundesbĂźrger eine Wiederbewaffnung befĂźrworte. Der auf einem Soldatentreffen gefallenen ĂuĂerung, die eigentlichen Kriegsverbrecher seien die Alliierten, stimmten 46 Prozent der Befragten zu. 55 Prozent vertraten die Auffassung, man kĂśnne die Verbrechen der Wehrmacht in den besetzten Gebieten deren AngehĂśrigen nicht mehr anlasten. Diese positivere Einstellung zu Krieg und Militär, steigende Zustimmung zur Wiederbewaffnung und die Forderung nach einem âSchlussstrichâ unter die NS-Vergangenheit lieĂen es Romanheftverlagen wie dem Arthur Moewig-Verlag gewinnbringend erscheinen, auch wieder Serien auf den Markt zu bringen, in denen der Krieg den Stoff fĂźr Unterhaltung lieferte. Dieses Meinungsklima, auf das die Verlage schlieĂlich marktgerecht reagierten, war das Ergebnis einer durch den Kalten Krieg geprägten Berichterstattung (vor allem Ăźber den Koreakrieg) sowie einer seit etwa 1950 von der damaligen Bundesregierung im Zuge der Wiederbewaffnungsdiskussion inszenierten Propagandakampagne, die sich zunächst an ehemalige Soldaten und später an die gesamte BevĂślkerung richtete.cite-ref-5[5]
1953 legte der Moewig-Verlag die Reihen SOS â Schicksale deutscher Schiffe und Fliegergeschichten auf. Ein Jahr später folgte Anker-Hefte. Seefahrt in aller Welt. Klaus F. Geiger kommentierte diese thematische Auswahl:
âNicht ohne Grund wurde der Krieg zunächst nicht durch Erzählungen Ăźber das Heer, sondern Ăźber Marine und Luftwaffe verharmlost, da diese Armeeteile leichter âals Residuen alter Ritterlichkeit, als moralische Naturschutzgebiete verklärtâ werden konnten.cite-ref-6[6]â
Als Herausgeber der Fliegergeschichten fungierte Peter Supf, der ab 1939 Mitherausgeber der KriegsbĂźcherei der deutschen Jugend gewesen war, die im Auftrag des ReichsjugendfĂźhrers und in Zusammenarbeit mit dem Oberkommando der Wehrmacht sowie Vertretern der Teilstreitkräfte herausgegeben worden war. FĂźr SOS Schicksale deutscher Schiffe und Seefahrt in aller Welt zeichneten Fritz-Otto Busch und Otto Mielke verantwortlich, die bereits während der NS-Zeit unter anderem stramm nationalsozialistisch ausgerichtete Seekriegsromane verfasst hatten. 1957 startete Moewig die Serie Soldatengeschichten aus aller Welt und einige Jahre später Soldaten und Kameraden. Der Erich Pabel-Verlag, damals Moewigs grĂśĂter Konkurrent, konterte 1957 mit Der Landser, âauthentischen Erlebnisberichte[n] zur Geschichte des Zweiten Weltkriegsâ. Der Landser, der vor allem den Krieg im Osten thematisierte, entwickelte sich zur erfolgreichsten Kriegsromanserie der Nachkriegszeit. Bis heute sind mehr als 2800 Kleinband- sowie Ăźber 1300 GroĂbandausgaben erschienen.cite-ref-7[7] BegrĂźndet wurde die Serie von dem ehemaligen Jagdflieger Bertold K. Jochim, der bis 1999 in der Redaktion tätig war, zuletzt als Chefredakteur. Dabei konnte er auf bewährte Konzepte zurĂźckgreifen. Der Vorläufer des âLandserâ war bereits während des âDritten Reichesâ verlegt worden, um Jugendliche mit der erwĂźnschten Kriegsbegeisterung zu erfĂźllen. Nach Kriegsbeginn waren im Auftrag des âJugendfĂźhrers des Deutschen Reichesâ, Baldur von Schirach, mehr als 100 Ausgaben der âKriegsbĂźcherei der deutschen Jugendâ erschienen.cite-ref-8[8]
Zwischen 1956 und 1959 stieg die Anzahl der produzierten Kriegsromanserien rapide an, was man mit einem âIneinander von ProfitkalkĂźl und politischen Aktenâ (Geiger 1974) erklären kann. Die Entscheidungen der Verleger folgten auf die Aufstellung der ersten Bundeswehrverbände (ab 2. Januar 1956) und die EinfĂźhrung der allgemeinen Wehrpflicht. Die Wiederbewaffnung in Verbindung mit dem durch die Auswahl der fĂźhrenden Offiziere bedingten AnknĂźpfen an die deutsche Wehrmacht forcierte und legitimierte das literarische Interesse an den Heldentaten deutscher Soldaten. Auf den Landser folgten in kurzen Abständen weitere ähnliche Serien wie beispielsweise Landser GroĂband, Landser Spionage, Ritterkreuzträger, So lacht der Landser und Klingender Roman der Landser (mit Schallfolie). âDie Schaffung der Bundeswehr hat diese Serie erst geschaffenâ, erklärte der Verleger des Landser, Erich Pabel.cite-ref-9[9]
Im Jahre 1959 erreichte die Landserheft-Produktion ihren HĂśhepunkt, danach endete der Boom, und die Zahl der Serien nahm stark ab. Hatte die Propaganda, die Ăźber die Rehabilitation der deutschen Wehrmacht die Zustimmung der bundesdeutschen BevĂślkerung zur Wiederbewaffnung steigern sollte, zunächst eine hohe Nachfrage nach Kriegsdarstellungen geweckt, so ebbte diese nun allmählich ab, nachdem die Bundeswehr etabliert war. Zunehmende zeitgeschichtliche Informiertheit fĂźhrte ab etwa 1955 zu einem gravierenden Wandel des Ăśffentlichen Diskurses Ăźber das âDritte Reichâ. Während das erste Nachkriegsjahrzehnt als das Jahrzehnt vor der Forschung Ăźber den Nationalsozialismus bezeichnet werden kann, in dem häufig schĂśnfärberische âErinnerungenâ das Bild des Nationalsozialismus prägten, erschien nun eine Reihe Dokumentationen, die weite Verbreitung fanden, etwa Der Nationalsozialismus von Walther Hofer, das 1957 mit 50.000 Exemplaren erstmals aufgelegt und bis 1961 Ăźber 300.000-mal verkauft wurde. Die Forschungen des Instituts fĂźr Zeitgeschichte begannen sich in verschiedenen VerĂśffentlichungen niederzuschlagen, und auch die Bundeszentrale fĂźr politische Bildung (damals noch âBundeszentrale fĂźr Heimatdienstâ) verstärkte ihre publizistischen Aktivitäten. Die ab 1959 von SDR und WDR geplante 14-teilige TV-Dokumentation Das Dritte Reich erreichte 1960/61 eine Zuschauerquote von fast 60 %, was umgerechnet auf die damalige Verbreitung des Mediums etwa 20 % der westdeutschen BevĂślkerung ausmachte. Der Holocaust gelangte in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zunehmend ins Ăśffentliche Bewusstsein. Unmittelbarer Anlass fĂźr den allgemeinen Stimmungsumschwung war eine Reihe spektakulärer Justizskandale im Jahr 1958, in denen antisemitische NS-Straftäter durch NS-belastete Richter begĂźnstigt wurden und Ăźber die die Medien ausgiebig berichteten. Besondere Bedeutung erlangte in diesem Zusammenhang der Ulmer Einsatzgruppen-Prozess.cite-ref-10[10]
Die veränderte Ăśffentliche Wahrnehmung des Nationalsozialismus blieb nicht ohne Folgen fĂźr das Geschäft mit den Kriegsromanen. Nachdem bereits 1959 die ersten Indizierungsanträge erfolgt waren, gerieten die Kriegsromanserien nun auch ins Fadenkreuz der BundesprĂźfstelle fĂźr jugendgefährdende Schriften, die seit ihrer GrĂźndung 1954 zwar insgesamt 692 âKriminal- und Abenteuerromaneâ, âLiebes- und Sittenromaneâ, âSexualaufklärungsschriftenâ etc. indiziert hatte, bis dato jedoch kein einziges Kriegsheft.cite-ref-11[11] Diese, insbesondere die âLandserâ-Serie des Pabel-Verlages, der zu dieser Zeit bereits eine marktbeherrschende Stellung innehatte, wurden zunehmend Gegenstand Ăśffentlicher Kritik. Ende der 1950er Jahre nannte der SĂźddeutsche Rundfunk die Produkte des Pabel-Verlages âharter Nationalkitschâ. In einer Sendung des NDR erklärte Hans-JĂźrgen Usko:cite-ref-12[12]
âStil, Form, Aussage und Inhalt der bundesdeutschen Kriegs-Groschenliteratur decken sich auf unheimliche Weise mit dem Stil, der Form, mit der Aussage und mit dem Inhalt der Berichte der sogenannten Propagandakompanien des GroĂdeutschen Reiches während des Zweiten Weltkrieges â in 50 von 100 Fällen haben sich nicht einmal die Autoren geändert.â
Ein Versuch des Pabel-Verlages, gegen die Verantwortlichen einer am 29. Juli 1960 vom SĂźddeutschen Rundfunk ausgestrahlten Sendung Der Krieg im Groschenheft gerichtlich vorzugehen, scheiterte.cite-ref-13[13] Die Debatte der Jahre 1959/60 hatte die Indizierung von neun KriegsbĂźchern und sechs Kriegsromanheften (darunter drei Landser-Hefte und zwei Landser-GroĂbände)cite-ref-14[14] zur Folge. Einige Anträge wurden abgelehnt, darunter einer, Heft 77 des âLandserâ betreffend:cite-ref-15[15]
âHier handelt es sich zwar um billigsten, verlogenen Kitsch in Schmierenmanier und mit sentimental-albernen Zwischenszenen, aber eben nur um Unsinn, ohne daĂ besondere jugendgefährdende Umstände hervortreten.â
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BundesprĂźfstelle: Entscheidung Nr. 717
Die Verlage reagierten auf die Indizierungen, indem sie die Kriegsromanhefte aus ihrem Programm nahmen oder sie âentschärftenâ. Der zu Pabel gehĂśrige Uta-Verlag stellte die Reihe Die andere Seite ein, der Moewig-Verlag reduzierte die Zahl seiner Serien auf eine, und der Pabel-Verlag milderte Titelbilder und Sprache ab. âZehn Indizierungen von sogenannten âLandser-Heftenâ, die meist kriegsverherrlichende oder -verharmlosende Abenteuer erzählten, genĂźgten, um grĂśĂere Verlage zur Selbstkontrolle bzw. Umstellung ihrer Produktion in diesem Bereich zu veranlassenâ (BPjM).cite-ref-16[16]
1970 ßbernahm die Bauer Verlagsgruppe den Pabel-Verlag und bildete 1972 die Verlagsgruppe Pabel-Moewig-Semrau. Dem Zusammenschluss der einstigen Konkurrenten folgte eine Konsolidierung ihrer Verlagsprogramme, ehemalige Moewig-Titel wie Fliegergeschichten und SOS Schicksale deutscher Schiffe erschienen danach unter dem Label des Landser weiter oder sie wurden in teilweise veränderter Form neu aufgelegt.cite-ref-17[17]
1999 Ăźbernahm der Historiker Guntram Schulze-Wegener Jochims Stelle als Ressortleiter âZeit- und Militärgeschichteâ des VPM-Verlags.cite-ref-18[18]
Im Juni 2013 erschien Der Landser aufgrund des âgroĂen Erfolges und vielfacher Nachfrage aus GroĂbritannien und den USAâ (Verlagsangabe) erstmals auch als E-Book in englischer Sprache unter dem Titel LANDSER TRUE STORIES.cite-ref-19[19] Nach einer Debatte um ein Verbot der Reihe kĂźndigte der Bauer-Verlag am 13. September 2013 an, die Reihe nicht mehr fortzufĂźhren.cite-ref-einstellung-20-0[20]
Autoren
Zu den Autoren der Serie gehÜren neben dem Serienbegrßnder unter anderen Kurt Ziesel, Hanns MÜller-Witten, Alex Buchner, Fritz-Otto Busch, Werner Haupt, Otto Mielke, Gerd F. Heuer, Franz Kurowski, Gßnter Fraschka, Wilhelm Tieke oder auch der ehemalige Abwehrmann und wegen Kriegsverbrechen verurteilte Heinz A. Eckert. Dabei handelt es sich zumeist um ehemalige NSDAP-Mitglieder, die bereits während der NS-Zeit schriftstellerisch oder journalistisch tätig gewesen waren oder ihr Handwerk in den Propagandakompanien erlernt hatten, darunter viele, die nach dem Krieg nicht nur fßr den Landser schrieben, sondern auch fßr einschlägige Verlage aus dem rechtsextremen Spektrum wie Schild, Druffel, Tßrmer oder Vohwinkel. So arbeiteten beispielsweise Werner Haupt oder Hans MÜller-Witten unter anderem auch fßr Gerhard Freys Deutsche National-Zeitung oder Franz Kurowski fßr Nation und Europa. Nicht selten waren Autoren des Landser darßber hinaus in sogenannten Traditionsverbänden oder sogar offen rechtsextremistischen Organisationen wie der Gesellschaft fßr Freie Publizistik aktiv, beispielsweise Franz Kurowski oder Kurt Ziesel.cite-ref-21[21]
Inhalte
Ein Landser-Heft enthält in romanartiger Form vermeintliche Augenzeugenberichte und angeblich persĂśnliche Erfahrungen Ăźberwiegend deutscher Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit Ausnahme von Personen der Zeitgeschichte, die häufig in die Geschichten eingeflochten werden, sind die handelnden Personen fiktiv und hinsichtlich äuĂerer Erscheinung, Auftreten und Charakter stark stereotypisiert. Die Schilderungen erfolgen aus der Perspektive des âeinfachen Soldatenâ, des sogenannten âLandsersâ. Der âLandserâ ist zumeist ein Offizier mittleren oder niedrigeren Ranges, da sich Mannschaftsdienstgrade nicht besonders als Helden- und Identifikationsfiguren eignen.
Die Handlung ist trivial, es kämpft das Gute â die Deutschen und ihre VerbĂźndeten â gegen das BĂśse â die Alliierten, zumeist âder Iwanâ â, und es gibt ein Happy End. Am Ende siegt das Gute, und in den wenigen Fällen, in denen die Deutschen verlieren, tun sie das ehrenvoll, ritterlich und heldenhaft, was häufig dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Autoren sie von Protagonisten der Gegenseite fĂźr ihren Mut und ihre Tapferkeit loben lassen. Wenn die deutsche Seite gewinnt, dann aufgrund taktischen Geschicks, Ăźberlegener Kampfweise oder ruhmreicher Heldentaten Einzelner â häufig âRitterkreuzträgerâ â sowie diverser Sekundärtugenden, die im Landser vorzugsweise deutschen Soldaten zugeschrieben werden, selten jedoch den Vertretern anderer Armeen. Verlieren die Deutschen, dann nur aufgrund materieller oder personeller Ăberlegenheit des Gegners, wegen seiner unfairen Kampfweise, wegen schlechter Witterungsbedingungen, aufgrund falscher militärischer Entscheidungen, die fernab der Front gefällt wurden, oder weil es eben Schicksal war. Der Krieg erscheint als Abenteuer, manchmal lustig-ironisch, manchmal gefährlich, bisweilen tĂśdlich â doch man kann das Abenteuer auch glĂźcklich und unversehrt Ăźberstehen. Ziel des Krieges, dessen Ursachen nicht weiter hinterfragt werden, ist der Sieg der Wehrmacht, deren Sicht auf den Krieg diejenige ist, die im Landser dem âeinfachen Soldatenâ zugeschrieben wird.cite-ref-22[22]
Der Landser ist ein Relikt jener nationalistischen Publizistik der 1950er Jahre, die sich im Kontext der Wiederbewaffnungsdiskussion um eine grundlegende Revision des Bildes vom deutschen Soldaten und seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg bemĂźhte. In den Heften wird der Mythos der sauberen Wehrmacht fortgeschrieben; Idealisierung der Wehrmacht und Dämonisierung ihrer Gegner, insbesondere der Roten Armee, bedingen dabei einander. Das Bild der âFeindeâ, die zumeist als anonyme Masse dargestellt werden, ist geprägt durch nationale Stereotype, Vorurteile und Rassismus. Während bei den Gegnern der Deutschen, insbesondere bei der Roten Armee, Politik sehr wohl eine Rolle spielt oder gar Hauptmotivation ist, erscheint die Wehrmacht gänzlich unpolitisch; der Nationalsozialismus, seine Riten, Symbole und Funktionsträger werden weitgehend tabuisiert. Deutsche Kriegsverbrechen, Massenexekutionen und Konzentrationslager, Gestapo und SD tauchen in den Heften nicht auf; die Waffen-SS wird zum normalen Bestandteil der Wehrmacht. Die Kriegsursachen werden ausgeblendet, der Zweite Weltkrieg wird zu etwas NatĂźrlichem, Schicksalhaftem, in dem man seine Pflicht erfĂźllen und sich heldenhaft bewähren muss, wobei der Angriffskrieg subtil zum Verteidigungskrieg umgedeutet wird. Die Schrecken des Krieges werden, entgegen den Beteuerungen des Verlages, durch den spannenden und dramatischen Erzählstil stark relativiert. Dem Leser wird suggeriert, dass sich durch diese pseudo-authentischen Geschichten vermeintlicher Erlebnisse Einzelner oder von Kleingruppen vor dem Hintergrund militärischer GroĂereignisse das Wesen des Zweiten Weltkrieges offenbare.cite-ref-23[23]
Der Landser verspricht âErlebnisberichte zur Geschichte des Zweiten Weltkriegesâ und erhebt Anspruch auf Authentizität. Lebensläufe von âRitterkreuzträgernâ, Informationen zu Uniformen und Auszeichnungen, steckbriefartige Datenblätter von Waffen oder technischem Gerät, Skizzen von Schlachtverläufen, Kartenmaterial und Fotografien sollen dem âLandserâ einen dokumentarischen Anstrich verleihen. Den Untersuchungen Klaus F. Geigers zufolge neigten besonders männliche Jugendliche dazu, den Verlautbarungen des Herausgebers Glauben zu schenken und, ganz im Gegensatz beispielsweise zu Kriminal- oder Fantasyromanen, dem Landser mehr den Charakter des Dokumentarischen denn des Fiktiven zuzuerkennen. Ăber achtzig Prozent der Befragten hielten die Erzählungen in den Landser-Heften fĂźr âwirklichâ und âechtâ. Ferner ergab die Studie, dass Jugendliche nach der LektĂźre von Landser-Texten häufiger als vorher negative nationale Vorurteile äuĂerten und eine erhĂśhte Bereitschaft zu autoritär angeordneter Gewaltanwendung aufwiesen. GegenĂźber Desinteressierten zeigten sich âLandser-Interessentenâ insgesamt empfänglicher fĂźr apologetische Deutungen des Nationalsozialismus.cite-ref-24[24]
ââWenn wir hier jemals rauskommenâ lässt der Autor eines âRitterkreuzträgerâ-Heftes seine Vorbildfigur sagen, âdann sollen diejenigen, die nach uns kommen, wissen, wie es in Wirklichkeit warâ (661, 75). Dem Leser dieser Stelle wird suggeriert, es handele sich um das Versprechen eines Kriegsteilnehmers, welches durch die Literatur im Stile der âLandserâ-Reihen eingelĂśst werde. DemgegenĂźber und im Widerspruch zu den entsprechenden redaktionellen IntentionsäuĂerungen hat die Inhaltsanalyse erwiesen, dass die Wirklichkeit des Zweiten Weltkrieges verfälscht wiedergegeben wird, und zwar im Sinne spezifisch militaristischer Reduktionen der Realität in ihrer Darstellung: Der Krieg erscheint als Summe der Handlungen kleiner Gruppen an der Front â Grund, Zweck und Sinn des Zweiten Weltkrieges bleiben ungenannt; das Leiden wird verschwiegen und abgeschwächt, von anderen Themen Ăźberlagert, TĂśten und Verwunden verschwinden hinter den sie bezweckenden, einfĂźhlbaren spannenden Aktionen; die Perspektive der Schilderung und Wertung ist nationalistisch, wird allenfalls zum NATO-pluralen Standpunkt hin erweitert; die einfachen Soldaten erscheinen als gehorsame SĂśhne ihrer vorbildlichen Vorgesetzten oder als Material in der Hand hĂśherer Ränge, aus deren Blickwinkel die Vorgänge gewertet werden; das Handeln aller wird bestimmt durch Sachzwänge, welche durch das in der Schilderung implizite, von Figuren wie Erzähler-Autoren gemeinsam anerkannte Ziel des militärischen Sieges definiert werden. ⌠Ein wesentliches Ergebnis der Umformung der Kriegsrealität in den Heften ist die HerauslĂśsung der deutschen Wehrmacht aus politischen und gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen, ist das stillschweigende Ausgehen von ihrer Schuldlosigkeit. Es resultiert ein gereinigtes Bild deutscher Militärs ⌠Unter den angeblichen redaktionellen Zielen wird allein das Angebot âspannender Unterhaltungâ in den (meisten der) untersuchten Erzählungen realisiert. DaĂ gerade Krieg als âAbenteuerâ dargestellt und konsumiert werden kann, verweist â wie viele einzelne Inhalte der Hefte â auf die Vermischung von relativ Wahrem mit Falschem. ⌠Die analysierten Inhalte der Kriegsromanhefte wiederholen nicht nur die Ausbeutung der deutschen Soldaten, sie stellen auch einen Betrug am Leser, namentlich am jugendlichen Leser, dar. Dies gilt im Hinblick auf das vermittelte, mehr noch: auf das verschwiegene Wissen Ăźber den Zweiten Weltkrieg. Es gilt auch fĂźr die Wertungsstandpunkte und die als vorbildlich herausgestellten Verhaltensweisen, die dem Leser geliefert werden, wenn er sich mit dem Wunsch nach angenehmer Erregung in die dargestellten, in einer Ăźberschaubaren Welt sich abspielenden spannenden Aktionen einfĂźhlt.â
Auflage und Leserschaft
Aufgrund der intransparenten Informationspolitik des Verlages konnte die Auflage nur geschätzt werden. Sie lag laut Spiegel Ende der 1950er Jahre bei etwa 500.000 pro Monat und sank dann bis zu Beginn der 1980er Jahre deutlich. Seit der Wiedervereinigung stieg die Anzahl der Leser wieder. Nach Angabe des Spiegel betrug die Auflage seit den 1990er Jahren etwa 60.000 pro Heftroman.cite-ref-27[27]
Der Literaturwissenschaftler Peter Conrady nennt fĂźr Oktober 2003 folgende Zahlen:cite-ref-28[28]
⢠Der Landser (Kleinband): 42.000
⢠Der Landser (GroĂband): 28.000
⢠Der Landser (SOS): 20.000
Nach eigenen Angaben soll die Heftserie, die sich inhaltlich, gestalterisch und konzeptionell stark an die NS-konforme Jugendliteratur der Zeit des Nationalsozialismus anlehnte, vor allem fĂźr ehemalige Wehrmachtsoldaten konzipiert worden sein, unter denen der Verlag auch einen GroĂteil seiner Leserschaft vermutete. Untersuchungen zeigten jedoch, dass bereits Ende der 1950er Jahre ein GroĂteil der Leser aus Jugendlichen bestand. Es wird davon ausgegangen, dass bis zur Wiedervereinigung etwa 60 bis 80 Prozent der Leser aus männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren bestand. Insbesondere im nationalistischen und rechtsextremen Umfeld in Ostdeutschland entwickelte sich Der Landser, der in der DDR bis 1990 als Schundliteratur verboten gewesen war, zu einer beliebten LektĂźre.
Der Soziologe JĂźrgen Ritsert weist in einer VerĂśffentlichung aus dem Jahr 1964 darauf hin, dass durch den intensiven Tauschmarkt und den im Zeitschriftenhandel und an Kiosken praktizierten Tausch von zwei alten gegen ein neues Heft die Leserzahl nicht allein aus der Auflage zu schätzen sei. AuĂerdem sicherte trotz der kurzen VerfĂźgbarkeit im direkten Handel auch dieser Tauschmarkt die lange VerfĂźgbarkeit einzelner Hefte in Leserkreisen.cite-ref-29[29]
Werbung und Anzeigen
Während die Landser-Hefte in den frßhen 1960er Jahren noch branchenßbliche Kleinanzeigen enthielten, waren sie in den 1970ern fast werbefrei. Ausnahmen bildeten, neben der Eigenwerbung des Verlages, Anzeigen, in denen Verlage und Versandfirmen Bßcher, Bildbände oder Filmdokumente ßber den Zweiten Weltkrieg und die NS-Zeit anpriesen, sowie Werbung fßr Devotionalien wie die echte Wehrmachtsuhr:cite-ref-30[30]
âNeu: Die echte Wehrmachtsuhr ist wieder da! Die Nachfolgerin der sagenhaft robusten und zuverlässigen alten deutschen Wehrmachtsuhr. Gefertigt vom frĂźheren Hersteller. Jetzt mit automatischem Selbstaufzug und Kalender. Die Uhr, die nicht kaputtzukriegen war. Die Uhr, die nie einen âLandserâ im Stich lieĂ âŚâ
Ernst Antoni fĂźhrt den RĂźckgang des Anzeigengeschäftes auf die intransparente Informationspolitik des Verlages zurĂźck. Informationen Ăźber die AuflagenhĂśhe des Landser waren von Pabel-Moewig nicht zu erhalten, woraus Antoni schlieĂt, dass die AuflagenhĂśhe verheimlicht werden sollte, da der Verlag eine Ăśffentliche Diskussion um den Einfluss der Serie befĂźrchtete. MĂśglich wäre auch ein tatsächlicher RĂźckgang der AuflagenhĂśhe, wie 1998 vom Spiegel berichtet, so dass die Hefte fĂźr Anzeigenkunden uninteressant wurden. Wilking nimmt als wahrscheinlichste Erklärung an, dass viele potenzielle Inserenten nicht mit nationalistischem Gedankengut in Verbindung gebracht werden wollten. Erst seit den 1990er Jahren waren wieder verstärkt Werbung und Kleinanzeigen in den Heften zu finden, vor allem fĂźr Devotionalienhändler und rechtsgerichtete Kleinverlage, die im Landser âKassetten mit Liedern, die wir einst sangen, darunter vĂślkische Schnulzen (âMein Kameradâ) des NPD-Barden Frank Rennickeâ,cite-ref-spiegel-1998-31-0[31] feilboten, sowie Filme und Literatur Ăźber den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, beispielsweise BĂźcher Ăźber âVerbrechen an der Wehrmachtâ.cite-ref-spiegel-1998-31-1[31]cite-ref-wilking-2004-32-0[32]cite-ref-antoni-1979-33-0[33]
Kritik
Eigenen Angaben zufolge vermittelten die Geschichten der Landser-Hefte eine kriegskritische, pazifistische Grundhaltung, indem sie die Schrecken des Krieges illustrierten. Oft wurde dies auch explizit in einem Vorwort oder Nachwort zu einer Geschichte behauptet.cite-ref-wilking-2004-32-1[32] Kritiker halten dies jedoch fĂźr floskelhafte Zusätze, die mit den tatsächlich vermittelten Werten nichts gemein haben, sondern eine reine Schutzbehauptung seien, um eine Indizierung als jugendgefährdend zu vermeiden.cite-ref-wilking-2004-32-2[32] In Wirklichkeit sei der Landser hingegen ein den Krieg ästhetisierendes Narrativ, das ein falsches verherrlichendes Bild vom Zweiten Weltkrieg entwerfe.cite-ref-torben-fischer-115-34-0[34] Der Spiegel bezeichnete den Landser in einem Artikel einmal als âFachorgan fĂźr die Verklärung der Wehrmachtâ,cite-ref-spiegel-1998-31-2[31] und der Autor Ernst Antoni sieht ihn als âEinstiegsdroge in die Neonazi-Szeneâ.cite-ref-wilking-2004-32-3[32] 2013 warf Stefan Klemp in einer Studie fĂźr das Simon Wiesenthal Center der Bauer Media Group vor, Der Landser verherrliche den Nationalsozialismus. Demnach wĂźrden der Krieg auf Geschichten deutscher Helden reduziert, Verbrechen absichtlich ignoriert und Soldaten der SS-Division Totenkopf als Helden inszeniert.cite-ref-35[35] Die Bauer Media Group entgegnete:
âAlle Publikationen der Bauer Media Group stehen im Einklang mit den in Deutschland geltenden Gesetzen. Das gilt auch fĂźr âDer Landserâ. [âŚ] Die BundesprĂźfstelle fĂźr jugendgefährdende Schriften hat die Publikation wiederholt ĂźberprĂźft. Es gab keine Beanstandungen. Zusätzlich lässt der Verlag freiwillig jede Ausgabe presserechtlich ĂźberprĂźfen. Der Verlag legt grĂśĂten Wert darauf, dass darin weder der Nationalsozialismus verherrlicht wird, noch Naziverbrechen verharmlost werden.â
â
Claudia Bachhausen, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Bauer Media Group
:
newsroom.de
Das Bundesministerium des Innern erklärte, zunächst zusammen mit dem Bundesministerium der Justiz und dem Bundesministerium fßr Familie, Senioren, Frauen und Jugend das weitere Vorgehen abzusprechen, um die Inhalte auf Strafbarkeit zu prßfen. Laut der Bundesprßfstelle fßr jugendgefährdende Medien wurde in den letzten 25 Jahren keine Ausgabe von Der Landser indiziert.cite-ref-newsroom-36-1[36]
Einstellung der Printserie
Die Bauer Media Group gab Mitte September 2013 nach Kritik des Simon Wiesenthal Centerscite-ref-newsroom-36-2[36] bekannt, die Heftreihe vom Markt zu nehmen und einzustellen.cite-ref-einstellung-20-1[20] Die Bauer Media Group beauftragte nach Angaben von Spiegel Online in einer Pressemitteilung den Strafrechtler Otmar Kury mit einem Rechtsgutachten: âDas Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Der Landser im Einklang mit den in Deutschland geltenden strengen Gesetzen steht und darin weder der Nationalsozialismus verherrlicht noch verharmlost wird. Auch die BundesprĂźfstelle fĂźr jugendgefährdende Medien hatte die Publikation in der Vergangenheit wiederholt ĂźberprĂźft und seit Ăźber 25 Jahren nicht beanstandet.â In der gleichen Pressemitteilung gibt der Verlag auch das Beenden der Publikation bekannt. So habe man die VorwĂźrfe zum Anlass genommen, den Landser âhinsichtlich der Portfoliostrategie des Unternehmens zu bewertenâ. Die Auflage lag nach Schätzungen ânur noch bei wenigen tausend Kopienâ.cite-ref-37[37]
Nachfolger
Im Dezember 2013 erschien als Landser-Kopie das erste Heft der Reihe Weltkrieg. Erlebnisberichte. Herausgeber der vierzehntäglich erscheinenden Hefte ist der laut Impressum angeblich im schweizerischen Sarnen ansässige Verlag Mediavari AG. Doch die Adressangabe ist falsch und stellt nach Ansicht der Schweizer Medienrechtlerin Regula Bähler einen VerstoĂ gegen die Schweizer Impressumspflicht dar. GegrĂźndet wurde der Verlag laut Datenblatt der AG-GrĂźndung von dem Rostocker Rechtsanwalt Volker Beecken fĂźr einen ungenannten Auftraggeber. Wie die Journalistin Andrea RĂśpke im Antifaschistischen Infoblatt schreibt, recherchierte das NDR-Medienmagazin ZAPP, âdass sich allem Anschein nach hinter einer verwinkelten Strohmänner-Camouflage der Verlag Lesen & Schenken des norddeutschen RechtsauĂen-Verlegers Dietmar Munierâ verstecke.cite-ref-38[38] Die Bauer Media Group erklärte auf Anfrage, sie habe mit der Nachfolgepublikation Weltkrieg nichts zu tun und auch keine Rechte an andere vergeben.cite-ref-maegerle-39-0[39]cite-ref-zapp-14-mai-2013-40-0[40]cite-ref-bas-41-0[41]
Literatur
⢠Landserhefte fĂśrdern den Sieg der Unmenschlichkeit, Sonderreihe aus âgestern und heute. gedenkartikel, zeitgeschichtliche beiträge und reportagenâcite-ref-42[42], Heft 14, Verlag gestern und Heute, MĂźnchen, 1965. Die BroschĂźre enthält ein Vorwort von Martin NiemĂśller und eine Einleitung von Egon Becker.
⢠Ernst Antoni: Landser-Hefte. Wegbereiter fßr den Rechtsradikalismus. PDI, Mßnchen 1979, ISBN 978-3-88206-015-7.
⢠Peter Conrady: ÂťWir lagen vor StalingradÂŤ. Oder: Nichts gelernt aus der Geschichte? Die Landser-Hefte der 50er und 60er Jahre. In: Peter Conrady (Hrsg.): Faschismus in Texten und Medien: Gestern, Heute, Morgen? Athena, Oberhausen 2004, ISBN 978-3-89896-189-9, S. 119â134.
⢠Hendrik Buhl: Landser-Hefte. In: Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ in Deutschland: Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. transcript Verlag 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 115â117 (Eingeschränkte Online-Version (Google Books))
⢠Klaus F. Geiger: Kriegsromanhefte in der BRD. Inhalte und Funktionen. Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tßbingen, Bd. 35. Tßbinger Vereinigung fßr Volkskunde, Tßbingen 1974, ISBN 3-925340-08-4.
⢠Klaus F. Geiger: Jugendliche lesen âLandserâ-Hefte. Hinweise auf LektĂźrefunktionen und -wirkungen. In: Gunter Grimm (Hrsg.): Literatur und Leser. Reclam, Stuttgart 1975, ISBN 3-15-010250-2, S. 324â341, 425â427.
⢠Habbo Knoch: Der späte Sieg des Landsers â Populäre Kriegserinnerungen der fĂźnfziger Jahre als visuelle Geschichtspolitik. In: Arbeitskreis Historische Bildforschung (Hrsg.): Der Krieg im Bild â Bilder vom Krieg. Frankfurt a. M. / New York 2003, ISBN 3-631-39479-9, S. 163â186.
⢠Gßnther Neumann: Der politische Gehalt von Groschenheften. Eine erziehungswissenschaftlich-politologische Analyse. Schriftenreihe zur Geschichte und politischen Bildung, Band 18. Universitäts- und Schulbuchverlag, Saarbrßcken 1974, ISBN 3-450-13021-8.
⢠Gerhard Schneider: Geschichte durch die HintertĂźr. Triviale und populärwissenschaftliche Literatur Ăźber den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, in: Michael Bosch (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus. Pädagogischer Verlag Schwann, DĂźsseldorf 1979, ISBN 3-590-18010-2, S. 55â96.
⢠Dirk Wilking: âDer Landserâ âWie ein Mann ein Mann wird. (PDF; 2,3 MB) In: Wolfram HĂźlsemann, Michael Kohlstruck (Hrsg.): Mobiles Beratungsteam â Einblicke. Brandenburgische Universitätsdruckerei 2004, ISBN 3-00-015288-1, S. 61â95.
Fachartikel
⢠Florian Freund, Gustav Spann: Zur Auseinandersetzung mit der Apologie des Nationalsozialismus III. Triviale Kriegsromanhefte und der ÂťWeltanschauungskriegÂŤ im Osten. In: Zeitgeschichte, Jahrgang 10, Heft 9/10, Geyer-Edition, Wien 1982, ISSN 0256-5250, S. 370â392.
⢠Klaus F. Geiger: Kriegsverherrlichung in den Massenmedien? Darstellungen des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus â Kriterien fĂźr ihre Beurteilung. In: Jugendschutz heute 1978, ISSN 0721-1910, Heft 6, S. 1â7; Nachgedruckt in: ajs informationen 1979, ISSN 0720-3551, Heft 1, S. 1â7.
⢠Bernd Lemke: Die verkappte Verherrlichung. Der Zweite Weltkrieg in den âLandserâ-Kriegsromanen. In: Newsletter des Arbeitskreis Militärgeschichte e. V., Nr. 8, Dezember 1998, ISSN 1434-7873, S. 20â23.
⢠Bernd Lemke, Reiner App: Der Weltkrieg im Groschenheft-Format, Ăber den LektĂźre-Reiz der Landser-Romane und ihre Verherrlichung des Zweiten Weltkriegs. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht (GWU). Band 11/2005, ISSN 0016-9056, S. 636â641.
⢠Walter Nutz: Der Krieg als Abenteuer und Idylle. Landser-Hefte und triviale Kriegsromane. In: Norbert Honsza (Hrsg.): Untersuchungen zur populären Literatur im 20. Jahrhundert (Acta Universitatis Wratislaviensis, Band 853 (Germanica Wratislaviensia, Band 62)), 1987, ISSN 0239-6661, S. 99â115.
⢠MatĂas MartĂnez: Der trivialisierte Krieg. Die âLandserâ-Hefte zwischen Erlebnisbericht und Schemalliteratur. In: Jens Westemeier (Hrsg.): âSo war der deutsche Landser...â das populäre Bild der Wehrmacht (= Krieg in der Geschichte. Band 101). SchĂśningh, Paderborn, ISBN 978-3-506-78770-5, S. 101â122.
⢠JĂźrgen Ritsert: Zur Gestalt der Ideologie in der Popularliteratur Ăźber den Zweiten Weltkrieg. In: Soziale Welt. Band 15, H. 3 (1964), S. 244â253, JSTOR:40876693
⢠Gerhard Schneider: Geschichte durch die HintertĂźr. Triviale und populärwissenschaftliche Literatur Ăźber den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Band 6, 1979, ISSN 0479-611X, S. 3â25.
⢠Stichwort: Landser-Hefte. In: Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der 'Vergangenheitsbewältigung' in Deutschland: Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. transcript Verlag, 2015 online
Presse
⢠Aus allen Rohren. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1959, S. 76 (online).
⢠Prozeà um Landser-Schwarten. Wenn wir Dreck nicht mehr Dreck nennen dßrfen. In: Die Zeit, Nr. 37/1960 Der Pabel-Verlag holte sich eine Abfuhr. In: Die Zeit, Nr. 39/1960.
⢠JĂźrgen Holtkamp: Nicht dran denken â weitermachen! Eine BlĂźtenlese aus Pabels âLandserâ-Heften. In: Die Zeit, Nr. 41/1966.
⢠Dieter Kßhn: Den Panzerring vor dem Kopf. Ein Landser-Heft unter die Lupe genommen. In: Die Zeit, Nr. 41/1974.
⢠Kampferprobte Verbände. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1998, S. 28 (online).
⢠Tobias Kaufmann: Von Feinden umschlossen. In: taz, 18. Juli 2000.
Verbotsdebatte 2013
⢠Stefan Klemp: Glorifying the Waffen-SS and Nazi War Criminals. Der Landser Magazine, Published by Pabel-Moewig, a subdivision of the Bauer publishing firm (PDF; 3,0 MB). Simon Wiesenthal Center Report July 2013
⢠Wiesenthal Center Calls for Closing of German Magazine It Says Glorifies Nazism, In: New York Times, 29. Juli 2013
⢠âDer Landserâ - harmlos oder kriegsverherrlichend?, In: Deutsche Welle, 30. Juli 2013
⢠Simon-Wiesenthal-Zentrum nimmt Publikation unter die Lupe. Glorifiziert âDer Landserâ die Nazi-Zeit?, In: n-tv, 31. Juli 2013
⢠Simon Wiesenthal Center: JĂźdisches Zentrum fordert Verbot der âLandserâ-Hefte, In: Spiegel online, 31. Juli 2013
⢠Simon Wiesenthal Center wirft Bauer Media Group Verherrlichung des Nationalsozialismus vor, In: newsroom.de, 31. Juli 2013
⢠Verherrlichen die âLandserâ-Hefte die NS-Zeit?, In: Die Welt, 31. Juli 2013
⢠Bauer-Verlag soll Taschen-Heft âDer Landserâ wegen Nazi-Propaganda einstellen, In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 31. Juli 2013
⢠âLandserâ glorifiziere die SS. Simon-Wiesenthal-Zentrum fordert Verbot, In: Tagesspiegel, 1. August 2013
⢠Rabbi Hier: âBauer Media Group wäscht Nazis reinâ, In: newsroom.de, 2. August 2013
⢠Rabbi Hier zu âDer Landserâ: âTrennlinie zwischen Pressefreiheit und SchĂśnfärberei Ăźberschrittenâ, In: newsroom.de, 2. August 2013
⢠Groschenheft âDer Landserâ. Vom Holocaust kein Wort, In: FAZ, 3. August 2013
⢠Sich fßr 1,95 Euro mal so richtig schämen, In: Die Welt, 3. August 2013
⢠âDer Landserâ steht unter Beschuss. Gegner machen gegen Kriegsheft Front, In: n-tv, 9. August 2013
⢠âDer Landserâ unter Beschuss, In: Frankfurter Rundschau, 9. August 2013
⢠Einstellung der âLandserâ-Hefte: Wie es niemals war. In: SZ, 15. September 2013.
⢠Durchgezappt. Dem âLandserâ widerfährt der âAbschuss der Wocheâ (Memento vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive) Beitrag der Sendung ZAPP des NDR vom 18. September 2013.
⢠Joachim Huber: âLandserâ heiĂt jetzt âWeltkriegâ, in: Der Tagesspiegel vom 20. Mai 2014
Einzelnachweise
cite-note-11. â Matthias N. Lorenz, Torben Fischer: Lexikon der "Vergangenheitsbewältigung" in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945, transcript Verlag, Bielefeld, 2., unveränd. Aufl. 2009, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 115f.
cite-note-22. â Frank BĂśsch, Constantin Goschler (Hrsg.): Public History. Ăffentliche Darstellungen des Nationalsozialismus jenseits der Geschichtswissenschaft, Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2009, ISBN 978-3-593-38863-2, S. 126 und 261
cite-note-33. â Florian Freund, Gustav Spann: Auseinandersetzung mit der Apologie des Nationalsozialismus III: Triviale Kriegsromanhefte und der "Weltanschauungskrieg" im Osten, in: Zeitgeschichte, 10/1983, S. 370
cite-note-44. â Heinz J. Galle: Groschenhefte. Die Geschichte der deutschen Trivialliteratur. Ullstein, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-548-36556-6, S. 131ff., S. 154.
cite-note-55. â Geiger 1974, S. 206f.; weitere Verweise dort; â Conrady 2004, S. 125ff. â Vgl. Bernhard Chiari, Matthias Rogg, Wolfgang Schmidt: Krieg und Militär im Film des 20. Jahrhunderts. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂźnchen 2003, ISBN 978-3-486-56716-8, S. 503ff. â Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ in Deutschland. â Florian Freund, Gustav Spann: in Zeitgeschichte 1982, S. 370 â Wilfried Loth, Bernd-A. Rusinek: Verwandlungspolitik: NS-Eliten in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Campus Verlag, 1998, ISBN 978-3-593-35994-6, S. 34â39
cite-note-66. â Zitat: Geiger 1974, S. 208
cite-note-77. â Nummern der Ausgaben der Webseite des Verlags (Memento vom 1. Mai 2013 im Internet Archive) entnommen und gerundet.
cite-note-88. â Heinz J. Galle: Groschenhefte. Die Geschichte der deutschen Trivialliteratur, S. 133ff., S. 154ff. â Vgl. Bernd Lemke, Reiner App: in Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 2005, S. 637 â Bernd Lemke: in Newsletter des Arbeitskreises Militärgeschichte 1998, S. 20 â Vgl. Dirk Wilking 2004, S. 66ff.
cite-note-99. â Geiger 1974, S. 208f. â Conrady 2004, S. 125f. â Heinz J. Galle: Groschenhefte. Die Geschichte der deutschen Trivialliteratur, S. 156 â Vgl. Wilking 2004, S. 68 â Zitat Erich Pabel: Aus allen Rohren. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1959, S. 76 (online).
cite-note-1010. â Wilfried Loth, Bernd-A. Rusinek: Verwandlungspolitik: NS-Eliten in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. S. 45ff. â Christiane Fritsche: Vergangenheitsbewältigung im Fernsehen. Westdeutsche Filme Ăźber den Nationalsozialismus in den 1950er und 60er Jahren. Meidenbauer, MĂźnchen 2003, ISBN 978-3-89975-031-7, S. 85f. â Vgl. Geiger 1974, S. 209 und S. 213
cite-note-1111. â Geiger 1974, S. 227f.
cite-note-1212. â Aus allen Rohren. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1959, S. 76 (online).
cite-note-1414. â Gesamtverzeichnis indizierter BĂźcher, TaschenbĂźcher, BroschĂźren und Comics, Stand 30. April 1993, BundesprĂźfstelle fĂźr jugendgefährdende Schriften
cite-note-1515. â Geiger 1974, S. 247 â Vgl. Wilking 2004, S. 75
cite-note-1616. â Geiger 1974, S. 250 â Vgl. Wilking 2004, S. 75 â Zitat BPjM: Geschichte der BPjM, im Internetarchiv (Memento vom 19. November 2013 im Internet Archive) â Anm. JĂśrg Weigand gibt eine abweichende Anzahl von 11 an; in: Der zweite Weltkrieg im Roman. Bertold K. Jochim (1921â2002) â Der BegrĂźnder der âLandserâ-Romanheftreihen; in: JugendMedienSchutz-Report vom August 2004.
cite-note-1717. â Conrady 2004, S. 124f.
cite-note-1919. â Verlagsseite, im Internetarchiv (Memento vom 5. August 2013 im Internet Archive) aufgerufen am 14. Mai 2017
cite-note-2121. â Antoni 1979, S. 21ff. â Vgl. Geiger 1974, S. 212f. â Wilking 2004, S. 76f.
cite-note-2222. â Walter Nutz: Der Krieg als Abenteuer und Idylle, S. 101â111 â Bernd Lemke, Reiner App: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 2005, S. 638ff. â Bernd Lemke: Die verkappte Verherrlichung. Der Zweite Weltkrieg in den âLandserâ-Kriegsromanen â Conrady 2004, S. 128ff. â Details in Geiger 1974, S. 34â96 â Details in Antoni, S. 34â100 â Vgl. Wilking 2004, S. 77â87 â Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ; S. 115ff. â Gerhard Schneider: in: Michael Bosch (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus, S. 58â75 â GĂźnther Neumann: Der politische Gehalt von Groschenheften, S. 49â62
cite-note-2323. â Bernd Lemke, Reiner App: in Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 2005, S. 640f. â Bernd Lemke: Die verkappte Verherrlichung. Der Zweite Weltkrieg in den âLandserâ-Kriegsromanen, S. 22 â Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ, S. 115ff. â Florian Freund, Gustav Spann: in Zeitgeschichte 1982, S. 371ff. â Wilking 2004, S. 61â95 â Conrady 2004, S. 132 â Details in Geiger 1974, S. 34â96 â Details in Antoni, S. 34â100 â Walter Nutz: Der Krieg als Abenteuer und Idylle, S. 112ff. â Gerhard Schneider: in: Michael Bosch (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus, S. 58â75 â GĂźnther Neumann: Der politische Gehalt von Groschenheften, S. 49â62
cite-note-2424. â Florian Freund, Gustav Spann: in Zeitgeschichte 1982, S. 371 â Vgl. Dirk Wilking: âDer Landserâ â Wie ein Mann ein Mann wird, S. 68f. â Einzelheiten der Untersuchung in Geiger 1974, S. 133â199 â Gerhard Schneider: in: Michael Bosch (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus, S. 58ff.
cite-note-2525. â Dirk Wilking: âDer Landserâ â Wie ein Mann ein Mann wird; S. 61 â Antoni 1979, S. 17 â Bernd Lemke, Reiner App: in Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 2005, S. 638, S. 640 â Walter Nutz: Der Krieg als Abenteuer und Idylle, S. 99 â Gerhard Schneider: in: Michael Bosch (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus, S. 56 â Hans Wagener: Gegenwartsliteratur und Drittes Reich, Reclam, Stuttgart 1977, ISBN 978-3-15-010269-5, S. 265
cite-note-2626. â Geiger 1974, S. 130ff.; Hervorhebungen aus dem Original.
cite-note-2727. â Wilking 2004, S. 61â95 â Der Spiegel 1998 â Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ, S. 115ff. â Bernd Lemke, Reiner App: in Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 2005, S. 636f.
cite-note-2828. â Conrady 2004, S. 125
cite-note-2929. â Ritsert 1964, S. 244.
cite-note-3030. â Antoni 1979, S. 16 â Wilking 2004, S. 61â95
cite-note-spiegel-1998-3131. â Kampferprobte Verbände. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1998, S. 28 (online).
cite-note-wilking-2004-3232. â Wilking 2004, S. 61â95
cite-note-antoni-1979-3333. â Antoni 1979, S. 15ff.
cite-note-torben-fischer-115-3434. â Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der âVergangenheitsbewältigungâ, S. 115ff.
cite-note-newsroom-3636. BĂźlend ĂrĂźk: Simon Wiesenthal Center wirft Bauer Media Group Verherrlichung des Nationalsozialismus vor. newsroom.de, 31. Juli 2013, abgerufen am 31. Juli 2013.
cite-note-3737. â Weltkriegs-Heftchen: Bauer-Verlag stellt "Landser" ein, Spiegel Online vom 14. September 2013
cite-note-3838. â Landser heiĂt jetzt Weltkrieg von Andrea RĂśpke Antifaschistisches Infoblatt 104 / 3.2014 | 30.11.2014
cite-note-maegerle-3939. â Anton Maegerle: Unverhohlene Nachfolge. Blick nach Rechts, 26. März 2014.
cite-note-zapp-14-mai-2013-4040. â Steffen Grimberg, Gita Datta: Weltkrieg mit Strohmännern. Beitrag des NDR-Medienmagazins Zapp v. 14. Mai 2013 (Artikel und Filmbericht online (Memento vom 21. Mai 2014 im Internet Archive); abgerufen am 31. Mai 2014).
cite-note-bas-4141. â Michael Soukup: Wie das ÂŤWehrmachtsheftliÂť nach Obwalden kam, Tages-Anzeiger, 21. Mai 2014
cite-note-4242. â Sonderreihe gestern und heute im Katalog der DNB